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70 Jahre NRW – 70 Jahre Schachabteilung

In die Feierlichkeiten zum Landesjubiläum am 23. August 2016 konnten sicherlich auch einige Vereine in NRW einstimmen, bedeutete doch die Neugründung dieses Bundeslandes auch das Inkrafttreten der entsprechenden Gesetze zur Zulassung und Anerkennung von (Sport-)Vereinen. Und in gewisser Weise betrifft dies auch unsere Schachabteilung.

Nun ist machem Schachfreund vielleicht gar nicht so recht klar, dass das „98“ in unserem Vereinsnamen nicht auf 1998, sondern auf 1898 als Gründungsjahr verweist. Gleichzeitig ist es aber auch nicht so, dass wir gar auf eine ähnlich lange Geschichte wie z.B. der DSV (von 1875) zurückblicken könnten – der Fall liegt etwas komplizierter …

Cover Deutsche Arbeiter SchachzeitungUrsprünglich hat unser Verein nämlich seine Wurzeln in der Arbeiter-Schachbewegung, die nach dem 1. Weltkrieg im damaligen Deutschen Reich enormen Aufschwung erlebte und zur Gründung zahlreicher Vereine führte – wenn auch aller Anfang zunächst schwer war: „Als im Jahre 1924 durch die Presse zur Gründung eines Arbeiterschachvereins aufgerufen wurde, war es nur ein kleiner Kreis, welcher diesem Folge leistete. Im „Kleinen Fürstenhof“ trafen sich 9 Wagemutige, die schwere Aufgabe auf sich zu nehmen.“ Doch bald schon „war die Mitgliederzahl so weit angestiegen, daß weitere Spielstunden in andere Stadtteile gelegt werden mußten. Es entstanden die Abteilungen am Borsigplatz, Eving und Brackel.“ So heißt es jedenfalls rückblickend in den Mitteilungen der Schachabteilung des FS 98 Nr.1 von November 1949. 

Ganz gesichert scheint das Datum 1924 gleichwohl nicht, lässt sich doch in einem späteren Bericht von 1973 lesen, dass man „in diesem Jahr (also 1973) auf ein Doppeljubiläum zurückblicken (kann). Ende 1923 wurde der ehemalige Arbeiterschachverein, der sich 1946 dem FS 98 als Schachabteilung anschloß, gegründet.“ So steht es jedenfalls im Industrie-Schach-Echo von August 1973, wo auch weiter ausgeführt wird: „Aus diesem Anlaß haben wir ein Einladungsturnier ausgeschrieben, das vom 24. August bis 28. September '73 im Vereinshaus St. Josef, Dortmund, Heroldstr. 13 durchgeführt wird. ... Der Kreis der eingeladenen Spieler läßt auf ein vorzügliches Spielniveau schließen, wenn es darum geht, die ausgesetzten Sachpreise mit nach Hause zu nehmen.“

Für das vorzügliche Spielniveau sorgte übrigens damals schon ein gewisser Schachfreund Jost - kein Geringerer als unser aktuell amtierender Vereins-Blitzmeister!

Der Arbeiter-Schachbewegung war indes keine strahlende Zukunft beschieden, mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten endete die Eigenständigkeit der Arbeiter-(Schach)Vereine. „Im Jahre 1933 wurde der damaligen Zeit entsprechend der Arbeiter Schachbund vom Vorstand aufgelöst. Viele Mitglieder gingen in andere Vereine über, wieder andere blieben der Sache treu“ heißt es nüchtern im Rückblick von 1949. Und so verliert sich auch ein wenig die Spur unserer Schachabteilung, bzw. deren Mitglieder. Erst nach dem Krieg finden sich die Versprengten wieder zusammen und reorganisieren sich 1946 unter dem Dach des Freien Sportvereins im neuen Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Die Quellenlage für Nachforschungen zur Geschichte unseres Vereins ist – bedingt durch Krieg und wechselnde Vorstände – reichlich schwierig. Die hier wiedergegebenen Fakten beruhen auf Recherchen des Dortmunder Schachhistorikers Siegfried Zill (Rochade Eving), dem ganz herzlich für die Zusendung des Materials gedankt sei.

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(Die beiden Schwerarbeiter in obiger Abbildung thronen übrigens über zeitlos wahr gereimten Worten: "Wer Logik liebt und Phantasie und Freude hat am Denken, der soll zu einer Schachpartie die Schritte zu uns lenken.")

 

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