Ertragreicher Oktoberausklang - Teil 1

Aus allen Himmelsrichtungen strömten am Sonntag Dortmunder Schachsportler ins Westfalenkolleg, wo insgesamt drei Mannschaftskämpfe zu absolvieren waren. Aus dem "hohen Norden" kam eine Delegation aus Brambauer, um sich in einem Nachholspiel der Bezirksliga mit unserer Zweiten zu messen, von Westen kam die dritte Mannschaft von Marten-Bövinghausen zum Bezirksklassespiel gegen unsere Dritte, und schließlich stieß von Süden her das Team von Ewaldi Aplerbeck zum Vergleich mit den Hanseaten dazu. Soviel sei schon verraten: Viel Freude hatten die Gäste an diesem Sonntagsausflug nicht ...

Mit Doppelbauer Brambauer II kam eine Mannschaft, die ebenfalls wie wir ihre beiden Auftaktrundenspiele souverän gewonnen hatte und die in der Stammbesetzung fast jedes Brett mit DWZ 1700 aufwärts besetzen konnte. Insofern waren wir auf einen schweren Kampf eingestellt, konnten aber ohne Ersatz spielen. Brambauer dagegen musste etwas umbauen, die vermeintliche Schwächung an den unteren Brettern übertrug sich jedoch nicht in die Spielergebnisse. Denn gerade in der unteren Mannschaftshälfte holte Brambauer drei von vier möglichen Punkten, den Verlustpartien von Jürgen Büdel und Udo Rauschenbusch standen aus unserer Sicht "nur" die Remis von Christian Vogt und Karl-Heinz Vöpel entgegen.
Udo hielt im Nachhinein den Aufbau in seiner Larsen-Eröffnung für zu passiv und meinte selbstkritisch: "Ausgerechnet der Läufer auf b2 blieb ein Zwerg – und das gegnerische Pendant auf b7 wurde nach und nach zum partiemitentscheidenden Riesen, als ich im 23. Zug meine Konterchancen per Linienöffnung überschätzte und mit einer zerbröselten Bauernstruktur, schwacher erster und zweiter Reihe sowie überlasteter Dame in einen unparierbaren Mattangriff geriet." Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, ich selbst habe das Drama nur am Rande mitbekommen, da ich mit meinem Damenläuferspiel beschäftigt war und über Gebühr Bedenkzeit in die Frage investierte, ob ich die Stellung öffnen oder lieber geschlossen halten sollte. Jürgen hatte sich in seiner Partie einen rückständigen Bauern eingehandelt, der ein perfektes Angriffsziel bot und dessen Verteidigung eine Qualität kostete. Nach weiteren Figurenabtauschen war ein Endspiel entstanden, das für Jürgen keine Chancen mehr bot. Doch diese beiden Spiele waren eben unsere einzigen Verlustpartien, Christian Vogts Damengambit blieb ebenso wie meine Partie - die Stellung blieb dann geschlossen - ohne Sieger. Das gleiche Ergebnis erreichte Reiner Schläger, obwohl er einen Freibauern bis zur 6. Reihe vorstoßen konnte, dies jedoch zu Lasten seiner Königsstellung ging, was seinem Gegenüber die Möglichkeit zu Dauerschach bot.
An unseren beiden Spitzenbrettern hielten Gerd Meyer und Abdullah Alghawi ihre Gegner in Atem. Abdullah hatte mit Weiß spielend den gegnerischen König ins Freie zerren können und spielte auch unter vorübergehendem Materialopfer kompromisslos auf Sieg. Verständlich, dass sein Gegner unter diesem Dauerdruck nicht die beste Verteidugung fand und Abdullah mit Dame und Turm unheilverkündend auf die siebte Reihe eindringen konnte - wenige Züge später war Schwarz matt. Nicht minder erfolgreich ging Gerd zu Werke: Aus seinem abgelehnten Damengambit heraus verschaffte er sich durch einen kleinen taktischen Kniff einen Mehrbauern, den er in einen entfernten Freibauern transformieren konnte. Der wäre nur noch durch Figurenopfer aufzuhalten gewesen: Punkt für Gerd und damit Ausgleich im Mannschaftskampf zum 3,5:3,5.
Die Entscheidung musste also an Brett 5 fallen, wo eine launische Schachgöttin sich mal auf die eine, dann auf die andere Seite schlug. Eben noch wandelte Karl-Heinz am Rande eines Abgrunds, jetzt jedoch drohte er wahlweise Matt oder Bauernumwandlung. Doch es gab einige Stolperfallen zu berechnen und vier Stunden nervenaufreibenden Spiels forderten auch ihren Tribut ... Kurz: Karl-Heinz vertraute nicht dem scheinbar naheliegendem Zug, Weiß konnte sich konsolidieren und bot ein Remis an, was zum 4:4-Endstand angenommen wurde. Was nach Lage der Dinge - und auch den Partieverläufen nach - aus unserer Sicht eindeutig ein Punktgewinn darstellt!
Bereits in zwei Wochen wartet zum Auswärtsspiel in Eving dann schon der nächste Gegner auf uns. Hier nochmal der tabellarische Überblick:

3. Runde Bezirksliga

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