Bezirksliga: FS 98 bleibt Tabellenführer!

Nichts für schwache Nerven waren die beiden Bezirksligakämpfe unserer Mannschaften am letzten Januarsonntag. Während die Dritte zum Tabellenschlusslicht nach Lünen reisen musste, empfing die Zweite das Team von DSV III zum Heimspiel im Westfalenkolleg. Dabei konnte ich zwar als Mannschaftsführer auf den genesenden Jürgen Büdel zurückgreifen, benötigte aber dennoch in Person von Humam Al Kassas personelle Unterstützung aus unserer vierten Mannschaft. Humam ging seine Aufgabe auch gewohnt schwungvoll an, ein gegnerischer Zwischenzug mit Angriff auf seine Dame brachte ihn jedoch aus dem Tritt und in Verluststellung. Da war an den anderen Brettern noch nicht allzuviel passiert, jedoch deutete sich am Spitzenbrett früh ein offener Schlagabtausch an. Dort entspann sich nämlich zwischen Oliver Schulz und seinem Widerpart die ewig junge Diskussion, welcher Angriff wohl schneller durchschlägt: am Königs- oder am Damenfügel? Davon konnte bei Karl-Heinz Vöpel zunächst gar keine Rede sein, musste hier doch in nahezu verrammelter Stellung zunächst mal eine Schneise zur Linienöffnung geschlagen werden. Dies hatte Udo Rauschenbusch in seiner Partie mit Besetzung der offenen a-Linie schon erreicht, ein Dreifachangriff auf einen zentralen Bauern im gegnerischen Lager schien nicht mehr ausreichend abgewehrt werden zu können. Zwischenzeitlich hatten sich Christian Vogt und Jürgen mit ihren jeweiligen Gegnern auf ein Remis geeinigt, ich selbst hatte völlig unspektakulär einen Läufer und damit gleichzeitig auch meine Partie gewonnen, sodass ein Zwischenstand von 2:2 erreicht worden war. Am ersten Brett spitzte sich die Situation zu: Olivers König blieb in der Mitte hängen und an die Verteidigung des neuralgischen f7-Bauern gebunden, gleichzeitig brachte er seine Figuren über die offene c-Linie in Stellung, und je nach Zugrecht wechselten die Mattdrohungen. An Udos Brett hatte sich derweil nach forciertem Schlagabtausch ein seltenes Materialverhältnis ergeben: Doppelturm und Läufer gegen T+L+S und zwei Mehrbauern aufseiten Udos - unklar, wer da nun wirklich in Vorteil war. Unerwähnt blieb bislang Reiner Schlägers Spiel, wo sich langsam in Gestalt eines entfernten Freibauern die bessere Stellung herausschälte. Oliver musste schließlich passen, eine Reihe von Schachgeboten trieb seinen König in die Fänge der gegnerischen Bauern, und die weitere Flucht wäre nur unter Preisgabe der Dame möglich gewesen. Den neuerlichen Ausgleich erreichte jedoch Karl-Heinz, der eine gesunde Mehrfigur behaupten konnte und letztlich auch vom ungeheuren Zeitverschleiß seines Gegners profitierte. Bei noch zwei laufenden Partien und einem Stand von 3:3 unterlief Udos Gegnerin ein eklatanter (Flüchtigkeits-)Fehler, der zu einem Turmverlust führte. Noch unter Schock stehend stellte sie direkt im Anschluss auch noch den zweiten Turm ein und gab entnervt auf - und eigentlich war damit der Kampf gelaufen, die Umwandlung von Reiners Freibauern nebst Partiegewinn schien nur noch ein Frage von wenigen Zügen zu sein. Doch Reiner löste die Situation anders auf - indem er sich quasi selbst mattsetzte! Ein kurioses Finish zum Endstand von 4:4, dennoch bleiben wir Tabellenführer in der Bezirksliga, der Vorsprung auf Verfolger Brackel VI schmolz allerdings auf drei Brettpunkte zusammen.

Ebenfalls mit einem 4:4 kehrte die dritte Mannschaft aus Lünen zurück, kurios auch hier das Zustandekommen des Ergebnisses: Eigentlich mit Bestbesetzung gemeldet schafften es jedoch zwei unserer Spieler nicht, das Spiellokal in Lünen rechtzeitig zu erreichen, sodass ein früher 0:2-Rückstand aufgeholt werden musste. Dies gelang schließlich auch durch die Siege von Robert Belic, Sascha Mihajlov, Christoph Rzoczek und Rudi Dieckmann. Trotz großartiger kämpferischer Einstellung bleibt ein leicht bitterer Nachgeschmack, da gegen den Tabellenletzten aus Lünen ein doppelter Punktgewinn durchaus realistisch gewesen wäre.

Die nächste Runde in der Bezirksliga wird am 16. Februar ausgespielt. Dann ist Mengede II zu Gast im Westfalenkolleg, während die Dritte erneut auswärts beim DSV antreten muss.

Erste erobert Tabellenspitze

Beim Auswärtsspiel in der Verbandsklasse ließ unsere Erste in Castrop nichts anbrennen und sackte durch ein 5,5:2,5 beide Mannschaftspunkte ein. Da das Spiel um eine Woche vorverlegt worden war, muss der bisherige Tabellenführer aus Hamm nun nachlegen, um den FS 98 wieder von der Spitze zu verdrängen. Jedenfalls ist unser Minimalziel - Klassenerhalt - durch den neuerlichen Erfolg bereits jetzt gesichert, die restlichen Runden in der Verbandsklasse werden zeigen, ob die Mannschaft aufsteigen kann.

Sorgenfrei kann auch unsere Fünfte dem weiteren Saisonverlauf entgegensehen - wenn auch aus ganz anderen Gründen ... Geht es für uns in der untersten Dortmunder Spielklasse doch nicht in erster Linie um Auf- oder Abstieg, sondern um Spielpraxis für motivierte Schachfreundinnen und Schachfreunde unseres Vereins, die in den anderen Mannschaften nicht zum Zuge kommen können. Das Team um Mannschaftsführer Klaus Collisy hatte letzten Sonntag ein Auswärtsspiel bei Brackel X und hätte in kompletter Besetzung auch durchaus Chancen auf Mannschaftspunkte gehabt - allein die den Fliegerbombenentschärfungen geschuldete Innenstadtevakuierung sorgte für ein Unterzahlverhältnis und frühen 0:2-Rückstand. Petra Wilkins, Karl Schopp und Stefan Wangrin - letzterer sogar ganz untypisch mit einer echten Kurzpartie - punkteten für den FS 98, am Ende reichte es jedoch nicht: Ein Kurzremis von Uwe Röll war zuwenig, da die Partien von Ingo Grüneberg und Klaus verloren gingen. Damit also eine knappe 3,5:4,5-Niederlage, die alles in allem ziemlich unglücklich zustande kam.

Großräumige Sperrung am Sonntag

Am kommenden Sonntag, 12. Januar, stehen bereits wieder Mannschaftskämpfe auf unserem Spielplan. So reist unsere Erste in der Verbandsklasse zum Auswärtsspiel nach Castrop, während die Fünfte in Brackel antreten muss.

Aber Obacht: Wegen der geplanten Evakuierung des Klinikviertels aufgrund einer möglichen Bombenentschärfung können Behinderungen beim Erreichen von Treffpunkten oder bei der Anreise zum Spiellokal auftreten!

Die Einschränkungen betreffen nicht nur den unmittelbar von der Evakuierung betroffenen Bereich der Innenstadt sondern wirken sich - wegen der zeitweisen Sperrung von Stadtbahnhaltestellen - auch auf den öffentlichen Nahverkehr aus. Ein Klick auf die nachfolgende Grafik führt zur Informationsseite der Stadt Dortmund im Internet:

Evakuierungsradius

FS 98 ist Doppel-Herbstmeister!

Den letzten Mannschaftskampf im ausklingenden Jahr 2019 bestritt unsere Zweite in einem nachgeholten Auswärtsspiel gegen die starken Schürener am vergangenen Sonntag. Als Mannschaftsführer war ich froh, relativ früh mit Hajo Sonntag ein schachliches Schwergewicht für unser achtes Brett verpflichtet zu haben, fielen doch durch unterschiedlichste Umstände gleich mehrere Stammspieler aus. Doch auch Schüren musste Ausfälle kompensieren, und es versprach, ein spannender Schachnachmittag zu werden. Zudem hatten wir das Handicap, dass wir wegen eines (Tele-)Kommunikationsproblems nur sieben Bretter besetzen konnten und somit von Beginn an einen Rückstand aufholen mussten. Vor diesem Hintergrund kam das frühe Remisangebot meines Gegners etwas ungelegen, in der Folge verlor ich allerdings etwas den Faden und setzte die Partie schließlich in den Sand. Zum Glück war zum Zeitpunkt meiner Aufgabe wenigstens ein Mannschaftsunentschieden schon gesichert: Hajo kam gut aus seinem Sizilianer ins Mittelspiel und konnte kräftig Druck gegen die weißen Schwächen - rückständiger d-Bauer und ein Isolani auf b2 - aufbauen. Bauern-, Figuren- und Partiegewinn waren fast schon zwangsläufige Folge und bescherten uns den Ausgleich zum 1:1. Seinerseits gegen die Sizilianische Verteidung spielend kam Romano Reschop gut aus der Eröffnung und konnte seinen Entwicklungsvorsprung ebenfalls in materiellen Vorteil ummünzen - 2:1 für uns! Christian Vogt und Karl-Heinz Vöpel konnten - jeweils mit Schwarz spielend - ihre Partien in der Remisbreite halten und steuerten jeweils einen halben Punkt zum Mannschaftspunktekonto bei. Den schon erwähnten "Big Point" für den Mannschaftserfolg landete Oliver Schulz am Spitzenbrett, wo er mit einem Turm Verderben bringend auf der gegnerischen siebten Reihe eindringen konnte und für Schürener Enttäuschung sorgte. Denn bereits seit geraumer Zeit pflügte Udo Rauschenbusch mit seiner agilen Dame durch die gegnerischen Reihen, wo Widerstand nur noch durch Turm und Läufer geleistet werden konnte - zu wenig! Zumal auch noch zwei verbundene Freibauern unwiderstehlich Richtung achte Reihe wanderten ... Nach 61. c6-c7 war die drohende Umwandlung nicht mehr zu verhindern und Udo konnte den vollen Punkt für sich reklamieren, womit auch der Mannschaftskampf für uns mit 5:3 gewonnen war! Damit belegt die Zweite nun den 1. Tabellenplatz und macht es der Vierten nach, die bereits vor 14 Tagen mit einem imponierenden 7,5:0,5 gegen Eving III punktete und ungeschlagen die Tabelle in der Bezirksklasse anführt - doppelte Herbstmeisterschaft für uns im Dortmunder Schachbezirk!

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