Am 14. März fanden sich die Abgesandten der Dortmunder Schachvereine zu ihrer jährlichen Hauptversammlung in den Räumen der Schachfreunde Brackel ein. Man durfte sich vorab auf einen längeren Abend einstellen, da die Schachfreunde von Marten-Bövinghausen einen Antrag zur Abstimmung gestellt hatten, der das bisherige Gefüge im Spielbetrieb auf Dortmunder Ebene in Frage stellte.
Doch zunächst galt es laut Tagesordnung, die vakanten Vorstandsposten (neu) zu besetzen. Alle Amtsinhaber kandidierten erneut, und so wurden (jeweils einstimmig) Christian Jochmann (2. Vorsitzender), Bernfried Schultz (Kassenwart), Erik Sprungala (2. Spielleiter) und Pit Schulenburg (DWZ-Referent) ohne Gegenkandidaten in ihren Ämtern bestätigt. Nicht zur Wahl standen Christian Goldschmidt (1. Vorsitzender) und Jürgen Beckers (1. Spielleiter), Pressereferent bleibt Christian Bensch. Zusätzlich zum oben erwähnten Antrag gab der 1. Vorsitzende bekannt, dass die Verdienste und das langjährige Engagement von Schachfreund Werner Wilfried Jentzsch mit der Ehrenmitgliedschaft und der Goldenen Ehrennadel der SG Dortmund gewürdigt werden sollen, was die Versammlung mit Beifall quittierte.
Ergänzend zu seinem Bericht wies Bezirksspielleiter Jürgen Beckers darauf hin, dass in der kommenden Saison 2025/26 nur in zwei Ligen mit je 12 Mannschaften gespielt werden könnte, falls die bestehenden Vereine weitere Mannschaften abmelden.
Thematisch leitete sein Bericht zum Antrag von Marten-Bövinghausen über, in dem eine Reduzierung der Mannschaftsstärke von 8 auf 6, eventuell auch auf 4 Bretter gefordert wurde.
Die Argumente für (mehr Mannschaften, mehr aktive Spieler, erhoffte bessere Bedingungen für Einsteiger) und gegen (mehr organisatorischer Aufwand, Verkümmerung des Team-Gedankens, kein wirklicher Mitgliedergewinn) wurden dargelegt. Im Laufe der Diskussion wurde klar, dass sich der durch den Antrag thematisierte Sachverhalt nicht einfach mit "Ja" oder "Nein" abfertigen lassen würde. Es gibt nach wie vor viele Gebiete, in denen die Vereine der Schachgemeinschft ungenügend präsent sind, der Bereich der Hochschulen wurde hier exemplarisch genannt.
Kennzeichnend für den partiellen Tunnelblick der Versammlung ist sicherlich auch die Tatsache, dass die Gewinnung von Schachspielerinnen für das Wettkampf- und Vereinsschach keines Wortes wert war. Hier muss sich der Berichterstatter auch selbstkritisch an die eigene Nase fassen, aber in einem 100%ig männlichem Umfeld liegt der Blick auf ein anderes Geschlecht nicht unbedingt nahe...
Nun denn. Der Antrag von Ma-Bö wurde mehrheitlich abgelehnt, allerdings mit dem damit verbundenen Auftrag an den Spielausschuss, zusätzliche und/oder alternative Wettkampfangebote zu beraten und der nächsten Versammlung vorzulegen.
Ein weiterer Diskussionspunkt betraf das anstehende Jubiläum der Schachgemeinschaft, die in 2026 auf eine hundertjährige Geschichte zurückblicken kann. Hierzu appellierte der 1. Vorsitzende an die Vereinsvertreter, sich aktiv einzubringen und ein Jahr der Aktionen anzustoßen. Finanziell hat die Schachgemeinschft vorgesorgt: Nach korrigierter Etatplanung stehen insgesamt zehntausend Euro für verschiedene Vorhaben zur Verfügung. Dies kann ein Festbankett oder ein Handicap-Simultan sein - oder beides und noch viel mehr.
Auch wir sind Teil von 100 Jahre Schachgemeinschaft Dortmund und aufgefordert, den Rahmen mit Inhalt zu füllen!